Führt Scheidung grundsätzlich zu einer Verunsicherung der Akteure, bringt eine Scheidung vor binationalem Hintergrund oft eine besonders belastende Situation für die Beteiligten mit sich.
Die typische Konfliktdynamik im Trennungsprozess wird verschärft durch ein eine komplexe Differenz. Unterschiedliche Staatsangehörigkeit, Problemwahrnehmung und sprachliche Kompetenz erschweren eine potentiell mögliche Klärung. Darüberhinaus führen Missverständnisse, ungenaue bzw. falsche Vorstellungen des fremden Rechtssystems und die mindestens potentiell vorhandene Gefahr einer Kindesentführung zu einer Anspannung der Beteiligten, die deren Kooperation im Sinne einer einvernehmlichen elterlichen Sorge außerordentlich erschweren kann.
Eine für beide Partner zufrieden stellende Lösung scheint in diesem Kontext unwahrscheinlich solange der Konflikt nur über das Rechtssystem geregelt werden soll.
Der besondere Vorteil der Mediation liegt darin, dass genau diese enorme Verunsicherung, die der binationale Kindschaftskonflikt mit sich bringt, thematisiert und bearbeitet werden kann. Dies gelingt dadurch, dass die Grundlage der üblichen Regelungen, das Recht, zugunsten der Bedürfnisse und Interessen der Beteiligten vorübergehend in den Hintergrund tritt.
Hierdurch wird nicht nur dort zuerst gehandelt, von wo die Verunsicherung der Akteure entspringt (und aus der die für Eltern wie Kinder gleichermaßen unbefriedigenden Ergebnisse resultieren), sondern vor allem eine schnelle und für beide Partner tragfähige Lösung gefunden. Darüber hinaus verbindet das in diesem Zusammenahng angewendete Mediatonsverfahren die unterschiedlichen Rechtssysteme.
Durch den Einsatz von Professionellen aus psychosozialen und juristischen Herkunftsberufen von diesseits und jenseits des Rheins kann den besonderen Schwierigkeiten binationaler Trennungskonflikte Rechnung getragen werden. Die Zusammenfassung solcher Professionellen in der MFBE garantiert eine Vernetzung verschiedener Zugänge und Handlungspraktiken durch die im Einzelfall jeder binationalen Mediation wichtige Ressourcen für die Unterstützung des Paares zur Verfügung stehen. die ihm hilft, ihren Konflikt zu lösen und in eine dauerhafte Kooperation zugunsten ihres Kindes zu treten. |